Verbandsliga: Kaufmann fliegt

Im erwartet knackigen Duell setzte sich der Hünfelder SV zum Verbandsliga-Auftakt mit 3:2 (2:0) gegen die SV 07 Eschwege durch. Doch nicht nur das Spiel bot Gesprächsstoff.

Denn gleich drei Personalentscheidungen von HSV-Trainer Dominik Weber waren mit Spannung erwartet worden: Im Tor entschied sich Weber für die Routine: Der 41-jährige Christian Ruck erhielt den Vorzug gegenüber dem 18-jährigen Jonas Hosenfeld, auch weil der Youngster nach einem zweiwöchigen Urlaub in seiner persönlich ersten Trainingswoche gleich mit Hüftproblemen zu kämpfen hatte. Weber ist allerdings sicher, dass Hosenfeld beim HSV seinen Weg gehen wird, zollte aber gleichermaßen Ruck für dessen starke Vorbereitung seinen Respekt.

Ein anderer Routinier musste hingegen auf die Bank: Für Sebastian Schuch war in der Startelf kein Platz frei, er könnte allerdings wohl schon in der kommenden Woche wieder erste Wahl sein, dann nämlich steht Stürmer Marek Weber schon nicht mehr zur Verfügung – und genau für ihn kam er nach einer guten Stunde auch.

Neuer Kapitän des HSV ist indes Neuzugang Julian Rohde, sein Vertreter ist Urgestein Steffen Witzel. „Julian hat Hünfelder Wurzeln und ich denke, dass er von seiner Art her das Amt nach meinen Wünschen ausfüllen wird.“ Das Spielführeramt wurde vakant, weil sowohl Niclas Rehm (neuer Co-Trainer) als auch Johannes Helmke (Reserve-Trainer) dafür nicht mehr zur Verfügung standen.

Chancenverwertung passt

Fußball gespielt wurde freilich auch – und wie gewohnt entwickelte sich beim Spiel zwischen den beiden Teams ein rassiges, intensives und wirklich gutes Verbandsligaspiel. War Hünfelds vielleicht größte Defizit in der Vorbereitung die Chancenverwertung, war diesmal die erste Möglichkeit drin: Kevin Krieger schickte Maximilian Fröhlich auf die Reise, der sich stark gegen Stephan Montag durchsetzen konnte und ins kurze Eck traf (8.). In der Folge fehlte bei schnellen Gegenstößen oft das letzte Quäntchen Präzision, dennoch wurden schon vor der Pause die Weichen auf Heimsieg gestellt, weil sich der formstarke Christoph Neidhardt stark über seine rechte Seite durchsetzen konnte und Lukas Budenz bei der ungewollten Ablage Kriegers goldrichtig stand (44.).

Doch so richtig Sicherheit verlieh die Pausenführung dem HSV nicht, Eschwege nahm das Heft des Handelns fest in beide Hände, vor allem Jan Kaufmann drehte voll auf, bereite zunächst den Anschluss glänzend vor (47.) und hätte in Folge zweimal selbst den Ausgleich erzielen können. So aber war es Krieger, der nach Neidhardt-Flanke für die Vorentscheidung sorgte (67.). Weil Kaufmann wohl in einem Verbalkonflikt die Gäule durchgingen, musste Eschweges bester Mann kurz später vom Platz, dennoch sorgte Dadah Gadea Baringo mit seinem zweiten Treffer für Spannung bis zum Schluss (83.) – Kapitän Alexander Bazzone hätte beinahe sogar noch für das 3:3 gesorgt (87.).

Die Statistik:

Hünfeld: Ruck – Wenzel, Trabert, Witzel, Kröning – Rohde, Budenz – Neidhardt (86. Körner), Krieger, Fröhlich (76. Bublitz) – Weber (62. Schuch).
Eschwege: Krengel – Montag, Gadea Baringo, Gogol, Vidal Gadea – Bazzone, Huhn – Nouri, Kaufmann, Jung (76. Schwindt) – Tadeis Gambetta.

Schiedsrichter: Sebastian Betz (TSV Oberzell).
Zuschauer: 320.
Tore: 1:0 Maximilian Fröhlich (8.), 2:0 Lukas Budenz (44.) 2:1 Dadah Gadea Baringo (47.), 3:1 Kevin Krieger (67.), 3:2 Dadah Gadea Baringo (83.).
Rote Karte: Jan Kaufmann (Eschwege) wegen Beleidigung (70.).

Autor: Johannes Götze

Eschwege-2017-H-6