Verbandsliga: Gastgeber zu naiv

Der Hünfelder SV hat die 1:5-Schmach aus dem Hinspiel getilgt und im Verbandsligaderby Lehnerz II auf heimischen Rasen mit 4:0 in die Schranken gewiesen. Das Ergebnis ging in der Höhe absolut in Ordnung, weil der HSV abgeklärt agierte, während das TSV-Perspektivteam bisweilen sehr naiv spielte.

Hünfelds Trainer Dominik Weber war mit sich und seinen Schützlingen absolut im Reinen: „Die Mannschaft hat mich positiv überrascht und alle Vorgaben umgesetzt. Gerade das Zweikampfverhalten war richtig stark. Im Hinspiel hatten wir ja das Derby überhaupt nicht angenommen.“

Gerade mal einen einzigen ernsthaften Torschuss von Paul Hohmann direkt nach der Pause ließ die Abwehr der Haunestädter um die Hünen Steffen Witzel, Tarek Belaarbi und Johannes Helmke zu, quasi im Gegenzug folgte das vorentscheidende 3:0, nachdem ein Schuss von Oliver Krenzer abgefälscht worden war. Die Lehnerzer Offensive um Osman Özlük und Jan-Henrik Wolf war im Grunde nicht existent, auch weil nicht ein Diagonalball mal gezielt kam.

Defensiv offenbarte sich das gestrige Lehnerzer Elend vor allem auf der linken Seite, die Natnael Weldetnsae und Leon Wittke im Grunde nie dicht bekamen. Ein nicht verbandsligahaftes Abwehrverhalten hatte Lehnerz-Coach Sedat Gören vor allem beim 0:1 ausgemacht, als Christoph Neidhardt rechts erst durchmarschieren und dann unbehelligt flanken durfte, ehe Sebastian Schuch richtig klasse per Seitfallzieher traf. Beim zweiten und vierten Hünfelder Treffer konnte derweil Steffen Witzel mit seinem starken Kopfballspiel im Fünfmeterraum schalten und walten, wie er wollte.

Hünfeld war richtig gut, wir dagegen richtig schlecht“, nahm Gören hernach kein Blatt vor den Mund. Hessenligaspieler wurden diesmal keine nach unten beordert – Alternativen wären hier gestern Pierre Mistretta oder Jan-Niklas Jordan gewesen. „Die Absprache war, dass wir heute mit unserem reinen Verbandsligakader antreten“, erklärte Gören, der allerdings erkannt haben dürfte, dass viele Spieler sich schwer damit taten, Verbandsliganiveau zu erreichen.

Der HSV musste derweil einen kleinen personellen Wermutstropfen hinnehmen: Max Fröhlich wich früh mit Knöcheproblemen, für ihn kam Lukas Budenz, der nach einem Kurztrip in der Vorwoche erst einmal auf der Bank hatte Platz nehmen müssen. / hall

Lehnerz II: Grösch; Vilmar, Gaul, Weldetnsae – Say, Balzer (46. Ristevski) – Lesser, Hohmann, Wittke (70. Nuspahic) – Wolf, Özlük (80. Sorg).
Hünfeld: Ernst; Wahl (64. Faulstich), Helmke, Belaarbi, Witzel – Krieger, Krenzer (76. Trabert) – Neidhardt, Schuch, Fröhlich (21. Budenz) – Simon.
Schiedsrichter: Jörn Becker (Grünberg).
Zuschauer: 200.
Tore: 0:1 Sebastian Schuch (18.), 0:2 Christoph Neidhardt (34.), 0:3 Oliver Krenzer (51.), 0:4 Steffen Witzel (80.).  www.torgranate.de

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