Verbandsliga: 0:2-Pleite am Chattenloh

Der Hünfelder SV muss einen herben Dämpfer im Kampf um den Aufstieg hinnehmen: Auf ganz tiefem Geläuf am Weidenhäusener Chattenloh setzte es eine verdiente 0:2 (0:1)-Pleite für den Dritten der Verbandsliga.

Viel an seiner Aufstellung musste Dominik Weber nicht herumbasteln, denn dem HSV-Coach standen noch genau elf Feldspieler seines eigenen Kaders zur Verfügung. Für Robert Simon (beruflich in Frankreich) rückte Thorsten Trabert in die Startelf, der just im Hinspiel gegen Weidenhausen (4:1-Sieg) sein bislang letztes Spiel von Anfang an bestreiten konnte. Simons Ausfall hatte zur Folge, dass Sebastian Schuch (Mittelstürmer) und Kevin Krieger (Spielmacher) jeweils eine Position nach vorne rutschten, letztgenannte tauschten ihre Positionen aber bereits Mitte der ersten Halbzeit. Und nicht nur deswegen war sich Weber um die Schwere der Aufgabe bewusst: Der letzte Sieg am Chattenloh datiert vom Ostermontag 2007, was folgte waren – inklusive des Liga-Gastspiels der Reserve 2011 – ausschließlich Unentschieden, die Adler waren vor dem Spiel zudem vom reinen Punkteschnitt her das drittbeste Heimteam. Und dass Weidenhausen sein bislang letztes Ligaspiel vor ziemlich genau vier Monaten bestritten hatte, merkte man dem Team um die Gonnermänner nur in der ersten Viertelstunde an.

Da nämlich hätte Hünfeld die Weichen auf Auswärtssieg stellen können: Ersten guten Abschlüssen folgte durch Schuch die dickste Chance, der Mittelstürmer blies das Leder allerdings übers Tor (9.), auch bei Maximilian Fröhlichs Kopfball fehlte nicht viel, allerdings klärte Thomas Hammer den Kopfball für den geschlagenen Keeper Johannes Klotzsch (16.) und Fröhlichs Großchance nach drei Minuten, als er alleine vorm Tor stand, wurde allzu kläglich vergeben. Was Hünfeld schon früh nicht hinbekam: Sören Gonnermann aus dem Spiel zu nehmen, Weidenhausen wollte kontern und tat dies über den Top-Torjäger mehrfach exzellent, schnappte die Abseitsfalle zuerst noch zweimal zu, war es schließlich ein einfacher langer Ball, der zur Führung führte. Weil Niklas Wahl alleine gelassen wurde und der Rechtsverteidiger bei einem Klärungsversuch auch noch äußerst unglücklich agierte (26.). Danach folgten zehn ganz wilde Minute, wobei Gonnermann zweimal das 2:0 vergab, Hünfeld aber beispielsweise nach einem Konter über Tarek Belaarbi auf 1:1 hätte stellen können (31.). Die Pausenführung war – mit Blick auf die gute Anfangsphase des HSV – zwar etwas schmeichelhaft, hätte allerdings auch höher ausfallen können.

„In der ersten Halbzeit hat mir ein wenig die Körpersprache gefehlt“, bemängelte HSV-Trainer Dominik Weber nach Spielschluss und musste nachschieben, „dass ich bei zwei, drei Spielern das Gefühl hatte, dass sie immer nur das Füßchen hinhalten wollten“. Und so war an den bissigen, leidenschaftlichen und willensstarken Weidenhäusenern kein Vorbeikommen. Was sich schon nach der Führung abzeichnete: Weidenhausen verlegte sich auf ganz schwer bespielbarem Boden auf Verteidigen und Kontern über die Gonnermänner. Das genau richtige Rezept, wie auch Weber konstatieren musste: „Entscheidend war letztlich, wer das 1:0 macht und schade ist es, dass wir das nicht waren.“ Die zweite Halbzeit verlief nach alter englischer Schule: Lange Bälle vom HSV in die Spitze, die Thomas Hammer und Toro Moreno fast alle abfressen konnten. Den Willen durfte man den Hünfeldern zwar nicht absprechen, gleichwohl die Entschlossenheit vor dem Tor. Weidenhausen zeigte sich hingegen eiskalt, denn einen schulbuchmäßigen Konter über Sören Gonnermann schloss dessen Bruder Tim eiskalt ab (64.). „Wenn wir Sören Gonnermann auf unserer Seite gehabt hätten, hätten wir gewonnen“, fasste Weber das Geschehen letztlich mehr als treffend zusammen.

Weidenhausen: Klotzsch – Nguyen, Hammer, Toro Moreno, Beng – Kim (85. J. Gonnermann), Löffler – Renke (60. Göbel), T. Gonnermann, Ewald (79. Baumbach) – S. Gonnermann.
Hünfeld: Ernst – Wahl, Helmke, Belaarbi, Witzel – Trabert (80. Faulstich), Budenz – Neidhardt, Krieger, Fröhlich – Schuch.
Schiedsrichter: Pascal Loschke (SG Ahnatal).
Zuschauer: 280.
Tore: 1:0 Sören Gonnermann (26.), 2:0 Tim Gonnermann (64.).

Autor: Johannes Götze

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