Hünfeld – Von Jakob Vogelwww.osthessen-zeitung.de

Der Hünfelder SV hat sich die nächsten drei Punkte in der Fußball-Hessenliga hart erarbeiten müssen: Im Heimspiel gegen den SV Zeilsheim reichte das Tor von Andre Vogt zum 1:0 (0:0)-Sieg, der nun schon der zweite in Folge war.

Als die Schlussviertelstunde in der Rhönkampfbahn anbrach, dachten einige Zuschauer an den „Fluch der späten Gegentore“. Dreimal, gegen Walldorf, Neuhof und Fernwald, hatte der HSV schon ein spätes Gegentor vor heimischer Kulisse gefangen, doch diesmal kämpften die Gastgeber im Hünfelder Dauerregen den ersten Heimsieg der Saison ins Ziel. Das entscheidende Tor erzielte Andre Vogt gut 20 Minuten vor dem Ende: Der Linksverteidiger setzte sich auf der linken Seite durch, legte sich den Ball vor und zog aus 20 Metern unhaltbar ab. Hünfelds Coach Johannes „Johnny“ Helmke stürmte nach Abpfiff nicht mit seinen Auswechselspielern auf den Platz, sondern blickte zum Himmel und atmete tief durch. „In diesem Moment habe ich mich einfach nur über den ersten Heimsieg gefreut. Nach dem Sieg letzte Woche haben wir Selbstvertrauen ausgestrahlt und sind mutig aufgetreten. Heute haben wir verdient gewonnen“, strahlte Helmke.

Im ersten Durchgang spielte der HSV im generischen Ballbesitz mit einem 4-4-2-System und variierte das Anlaufverhalten. Manchmal pressten Julian Rohde und Alex Reith am Zeilsheimer Strafraum, manchmal zogen sich die Gastgeber kollektiv bis zur Mittellinie zurück. Zeilsheim wusste auf Hünfelds Taktik keine Antwort und brachte nach vorne nur wenig zustande. Der HSV spielte bis zur Box einen guten Ball, im Abschluss war der HSV aber zu harmlos, sodass es nur kleine Chancen zu verbuchen gab. Probleme hatte die Helmke-Elf nur dann, wenn die Gäste den Ball im Mittelfeld eroberten. Nach einem Konter tauchte Athanasios Nakos plötzlich frei vor HSV-Keeper Fabian Brunner auf, der stark parierte (41.). Die beste Hünfelder Gelegenheit der ersten Hälfte hatte der offensivfreudige Marcel Dücker, der aus 14 Metern knapp über das Tor schoss (43.).

Die stärkste Phase der Gastgeber, bei denen Sebastian Schuch für den gesperrten Franz Faulstich in der Innenverteidigung begann, im zweiten Durchgang begann mit einer Gelben Karte für Zeilsheim – Nicklas Pitas sah dann später auch noch Gelb-Rot. Der HSV strahlte Mitte des zweiten Durchgangs Dominanz aus und hätte auch schon früher in Führung gehen können, doch eine schöne Kombination endete mit einem Schuss von Maximilian Fröhlich über den Kasten (68.).

Die Gäste brachten für die Schlussphase Angreifer Aleksandar Mastilovic, der die Hünfelder Abwehr nochmal ordentlich beschäftigte. In der Nachspielzeit tauchte der großgewachsene Blondschopf frei im Strafraum auf, aber traf den Ball nicht richtig – die letzte Chance für Zeilsheim. „Im ersten Durchgang haben wir unser Spiel nicht so richtig gefunden, nach dem Platzverweis sind wir trotzdem couragiert aufgetreten, daher kann ich meiner Mannschaft keinen großen Vorwurf machen“, sagte SVZ-Trainer Sascha Amstätter, der als Profi unter anderem für Darmstadt 98, Wehen Wiesbaden und die Eintracht spielte.

Hünfeld: Brunner – Dücker, Witzel, Schuch (63. Vogler), Vogt – L. Budenz, Gadermann – Krieger (46. Sternstein), Rohde, Fröhlich (88. J. Budenz) – Reith.

Zeilsheim: Reining – Acar (71. Mastilovic), Pitas, Uslu, Ishii – Muca – Fosuhene (63. Maingad), Topcu, Sultani, Nakos – Amani (46. McCrary).

Schiedsrichter: Timo Hager (Ginsheim)

Tor: 1:0 Andre Vogt (69.)

Zuschauer: 200

Gelb-Rote Karte: Nicklas Pitas (Zeilsheim, 82.)