Hünfeld (pf) – www.osthessen-zeitung.de

Das 0:4 in Kassel bringt den Hünfelder SV zwar nicht alleine, aber in Verbindung mit den Ergebnissen der vergangenen Wochen in immer größere Schwierigkeiten in der Fußball-Hessenliga: Denn aus den jüngsten sechs Partien holte der Aufsteiger nur einen Punkt und muss nun aufpassen, nicht ganz tief in den Schlamassel zu rutschen.

 Mit Ederbergland und Flieden punkteten die beiden Letztplatzierten der Tabelle am Wochenende gleich dreifach, dazu konnte Griesheim dem Spitzenteam aus Alzenau einen Zähler abknöpfen und bereits am Freitag schickte Bad Vilbel den VfB Ginsheim mit 5:0 nach Hause – viele Teams im Keller scheinen aktuell auf dem aufsteigenden Ast, während dem Hünfelder SV im Jahresendspurt die Puste auszugehen droht. Schon zum dritten Mal in Folge gab es vier Gegentreffer, vorne herrscht weiter Ladehemmung. Auch die Systemumstellung von Trainer Dominik Weber, der einige Akteure nicht zur Verfügung hatte, auf 4-3-3 fruchtete nicht wirklich.

Die Löwen dagegen bleiben im heimischen Auestadion weiter eine Macht und beendeten das Jahr 2018 mit dem Sieg gegen Hünfeld vor 1000 Zuschauern zuhause trotz des Regionalliga-Abstiegs ungeschlagen. Geht es nach der Winterpause so weiter, könnte der KSV sogar das Titelrennen noch einmal spannend gestalten – schließlich kommen nach dem Auftakt gegen Neu-Isenburg im neuen Jahr der FC Gießen und Bayern Alzenau hintereinander nach Kassel.

Dabei hätte die Partie für die Gäste nicht unglücklicher beginnen können: Als Marco Dawids Schuss vom Pfosten abprallte, war HSV-Keeper Sebastian Ernst so überrascht, dass er die Kugel mit dem Schienbein glatt ins eigene Tor beförderte. Beim 0:3 ging Dawid gegen Franz Faulstich im Strafraum energisch, aber wohl fair zu Werke und schob ein, zuvor war die Hünfelder Defensive gegen den starken Nael Najjar zu passiv, der aber besonders bei seinem zweiten Treffer seine technische Klasse aufblitzen ließ und mit seinem Strahl aus 20 Metern den Schlusspunkt setzte. „In der Halbzeit haben wir für uns gesagt, wir wollen nicht mit wehenden Fahnen untergehen, und gehofft, dass die größte Konzentration bei Kassel nicht mehr vorhanden ist“, sagte Weber auf der Pressekonferenz nach der Partie. Dem war nicht so, gleichwohl waren die Chancen, noch einmal ins Spiel zurückzufinden, da – allerdings blieb der HSV-Angriff am Ende mal wieder ohne eigenen Treffer, weil Kevin Krieger und Sebastian Schuch die dicksten und zugleich einzigen guten Möglichkeiten vergaben.

„Mit der Qualität können wir uns nicht messen. Wir haben das Ziel, gegen andere Mannschaften, die eher auf Augenhöhe sind, Punkte zu holen. Wir sind mitten im Abstiegskampf, aber ich habe Vertrauen in meine Jungs“, betonte Weber, der gerne auch in der nächsten Saison wieder nach Kassel fahren würde, dem KSV und seinem „angenehmen“ Trainer Tobias Cramer gleichwohl aber alles Gute für den Aufstieg wünschte. Am kommenden Wochenende in Hadamar gibt es mehr oder weniger Bonuspunkte zu vergeben, beim Heimspiel gegen Griesheim müssen zum Jahresabschluss dann aber drei Zähler her – ansonsten könnte der Winter in der Haunestadt ungemütlich werden.

Kassel-Hessen-11-2018-55