Wehen – Von Johannes Götze

 Das war nicht nötig: Der Hünfelder SV musste in der Fußball-Hessenliga eine ganz bittere 2:3 (2:0)-Niederlage bei der Drittligareserve des SV Wehen einstecken. Dabei sah es bis zur Pause so aus, als könnte das Team von Oliver Bunzenthal drei Punkte vom Halberg entführen – dort fanden sich übrigens gerade einmal 30 Zuschauer ein.

Daniel Schirmer hatte es noch vor der Halbzeit am Fuß, das Spiel zu entscheiden, doch einen an Alex Reith verursachten Elfmeter schoss er in Minute 44 so lasch, dass Raphael Laux den Ball sogar festhalten konnte. Nur eine Minute später wurde erneut Reith klar im Strafraum gefoult, doch der Pfiff blieb aus und ebenfalls noch vor dem Pausenpfiff scheiterte Dennis Müller mit einem Schuss aus der Drehung an einem auf der Torlinie stehenden Wehener Verteidiger. Wäre der HSV mit einer 3:0-Führung im Rücken in die Kabine gegangen, hätte sich der Gastgeber nach schwacher erster Hälfte wahrscheinlich aufgegeben.

Es kam aber ganz anders: Der HSV war völlig von der Rolle und ließ im Abwehrverbund auf einmal jegliche Aggressivität vermissen. Das Unheil nahm seinen Lauf und der Gastgeber glich in Person von Zuelfuekar Cosguner per Doppelpack aus. Danach fingen sich die Hünfelder wieder und hätten durch Reith die neuerliche Führung erzielen können, doch der Mittelstürmer wurde wegen angeblichem Foulspiels zurückgepfiffen. Auf der Gegenseite zeigte SVW-Kapitän David Schug kein Erbarmen und schoss zum Endstand ein.

Spätestens jetzt erinnerte viel an das Gastspiel in Fernwald vor gut einer Woche, als es den identischen Spielverlauf gab. Einziger Unterschied: Diesmal hatten die Hünfelder noch Zeit den Ausgleich zu erzielen und die Chancen waren da. Kapitän Dominik Weber rückte auf die Mittelstürmerposition vor und vergab gleich zwei Hochkaräter, zudem wurde Steffen Witzel im Strafraum umgerissen, doch der Elfmeterpfiff blieb erneut aus.

Beim Schiedsrichter wollte Bunzenthal die Schuld aber keinesfalls suchen: „Wie wir uns bei den drei Gegentore angestellt haben, das geht gar nicht. Da fehlen mir die Worte. Wir hatten ein katastrophales Zweikampfverhalten.“ Das lag nach der Pause auch an Sebastian Gensler: Der Sechser musste verletzt runter, er war bis dato die ordnende Hand, war überall und verlor keinen Zweikampf. Ersatzmann Thorsten Trabert erwischte hingegen einen rabenschwarzen Tag, fand gar nicht in die Partie und musste nach 30 Minuten schon wieder vom Feld.

 

 

 

 

Im ersten Durchgang präsentierten sich die Haunestädter noch ganz anders: Mit der ersten Torchance brachte Dennis Müller den HSV in Führung. Kevin Krieger tauchte plötzlich sechs Meter vorm Tor auf und schoss einen Gegenspieler auf der Torlinie an, den Abpraller verwertete Müller eiskalt und traf in seinem vierten Spiel in diesem Jahr bereits zum fünften Mal. Die Gastgeber waren in dieser Situation überhaupt nicht auf der Höhe, weil sie noch über eine kritische Situation auf der Gastgeber haderten. Auch als Reith auf 2:0 stellte, waren die Hausherren nicht auf dem Platz: Ein Verteidiger spielte Reith völlig unbedrängt an, der schaltete blitzschnell und tunnelte Laux. Kaufen konnten sich die Hünfelder dafür aber am Ende nichts.

Wehen II: Laux (46. Jäckel); Heupt, Worcester, Rademacher (46. Bellin), Esser, Schug, Ahmed, Cosguner, Schiffmann, Oenning, Dames.

Hünfeld: Ruck – Schwab, Weber, Witzel, Beck – Gensler (48. Trabert, 77. Budenz), Krieger – Schirmer (81. van Leeuwen), Müller, Rehm – Reith.

Schiedsrichter: Volker Höpp (Ranstadt)

Tore: 0:1 Dennis Müller (12.), 0:2 Alexander Reith (32.), 1:2 Zülfükar Cosguner (52.), 2:2 Zülfükar Cosguner (62.), 3:2 David Schug (75.)

Zuschauer: 30.

Verschossener Foulelfmeter: Daniel Schirmer (Hünfeld, 44.) – Raphael Laux hält.

Rote Karte: George Worcester (Wehen Wiesbaden II, 83.)