„Einfacher wird’s nicht mehr“

Christoph Sternstein bekam gegen Fernwald ordentlich auf die Socken: Nach 30 Sekunden wurde er elfmeterreif gefoult. Hier streckte ihn Brian Mukasa per groben Foulspiel von hinten nieder. Der Fernwälder sah Rot. Foto: Siggi Larbig

So, wie sich der FSV Fernwald am Samstag auf der Hünfelder Rhönkampfbahn präsentierte, war er nicht nur ein schlagbarer Gegner für den Aufsteiger aus der Haunestadt. Nein: Drei Punkte waren Pflichtprogramm.

Entsprechend niedergeschlagen war die Stimmung. So hielt sich Abteilungsleiter Mario Rohde in seiner Einleitung auf der Pressekonferenz merklich kurz und nutzte nur ein einziges Wort, um das gerade Geschehene zusammenzufassen. „Schrott“, sei das gewesen. HSV-Trainer Johannes Helmke, der nun noch immer auf seinen ersten Sieg als Hessenliga-Trainer warten muss, holte etwas weiter aus. Doch auch seine Ausführungen wären auf dieses eine Wort zusammenzuschrumpfen gewesen.

Ein auf schwachem Hessenliga-Niveau daherkommendem Spiel hätte sein Team meist dominiert, dabei aber oft in der entscheidenden Zone die falschen Entscheidungen gewählt, Aggressivität vermissen lassen. Zudem sei der früh verschossene Elfmeter nach nicht mal zwei Minuten durch Kapitän Julian Rohde exemplarisch für das weitere Spiel gewesen.

Warum Hünfeld nicht an die Leichtigkeit der Aufstiegssaison anzuknüpfen vermag, versuchte Marcel Dücker, erneut Teilzeitarbeiter als Sechser und Rechtsverteidiger, herauszustellen. Ganz vorne fehle es an Überzeugung, Tore erzielen zu können, oftmals würde die komplizierte oder falsche Variante gewählt. Entsprechend sah es als einzig positiven Faktor, dass der Knoten von Maximilian Fröhlich platzte, der kurz nach der Pause aus wenigen Zentimetern auf Vorlage von Alexander Reith und Christoph Sternstein traf. Wichtig sei es, den für das Selbstverständnis benötigten Dreier einzufahren.Allerdings fasste der Vorangeher in blau treffend zusammen, „dass es eigentlich nicht mehr leichter werden kann“.

„Mit dem Rücken zur Wand“

Nur fliegen ist schöner? Franz Faulstich (links) klärt vor Fernwalds Stürmer Brian Mukasa.

Dass Keeper Fabian Brunner patzte und somit den Weg zum keineswegs in der Luft liegenden Ausgleich für den in Unterzahl agierenden Gast ermöglichte, passte ins Bild. Dücker machte dem jungen Torwart keinen Vorwurf, hätte sich nach wenig erbaulicher Teamleistung aber dennoch den dreckigen Dreier gewünscht. So, auch das ist für Dücker klar, stehe man nach vier Spielen mit dem Rücken zur Wand.

Nicht notwendig wäre das gewesen, wenn der HSV nach der Führung weiterhin Druck entfacht hätte, das 2:0 nachgelegt hätte. Das war möglich gegen ein Team, das sich im wahrsten Sinne des Wortes nicht auf der Höhe befand. So steht der HSV in den beiden kommenden Auswärtsspielen in Vilbel und Hadamar unter Zugzwang.