Verbandsliga: Selbstbewusst gegen Spitzenreiter

Schwalmstadt. Nein, die imposante Serie schreckt sie nicht. Nicht die 13 Spiele des Hünfelder SV ohne Niederlage, nicht die elf Siege in Folge der Osthessen.

„Das motiviert uns eher“, sagt Atilla Güven, Trainer des heimischen Fußball-Verbandsligisten 1. FC Schwalmstadt vor dem Gastspiel des Tabellenführers der Fußball-Verbandsliga (Sa. 15.30 Uhr, Kunstrasenplatz in Treysa).

Seine Zielsetzung: „Wir wollen, dass diese Serie reißt.“ Noch wichtiger aber wäre der siebte Saisonsieg und die damit verbundenen drei Punkte, die der FCS im Abstiegskampf dringend braucht.

Pfeifen im dunklen Wald oder berechtigter Optimismus? Wohl neu gewonnene Zuversicht, nachdem die Mannschaft mit vier Punkten aus zwei Spielen richtig gut aus der Winterpause gekommen ist. „Wir sind wieder gefestigt“, sagt Peter Liebermann. Der Sechser, der diesen Aufschwung nach verletzungsgeplagter Hinrunde wohl am besten personifiziert, indem er mit Rückkehrer Timo Brauroth für Präsenz und Stabilität im zentralen Mittelfeld sorgt. „Bei Ballbesitz immer wieder anbieten und die Passwege des Gegners zumachen“, beschreibt der FCS-Coach die Aufgabe des 26-Jährigen, der diese mittlerweile zu seiner vollsten Zufriedenheit erfüllt.

Bester Angriff der Liga

Seit der ehemalige Außenverteidiger selbst wieder völlig fit ist. Seit der Kollektivgedanke des Schwab-Nachfolgers Früchte getragen hat. In punkto Teamgeist, aber auch bei der Umsetzung seiner Taktik, was nur im Verbund möglich ist: In Ballnähe stets Überzahl herstellen und bei Ballgewinn schnell und mit breiter Spielverlagerung umschalten. So soll auch der Spitzenreiter in Verlegenheit gebracht werden. „Hünfeld will mitspielen. Das kommt unserem Spiel entgegen“, sagt Dauerläufer Liebermann. Voraussetzung: Kompakt stehen und das eigene Konterspiel entwickeln.

Priorität hat dabei, den besten Angriff der Liga (58 Treffer in 20 Spielen) in Schach zu halten. Außenstürmer Maximilian Fröhlich etwa (bisher elf Tore) oder den kopfballstarken Stoßstürmer Sebastian Schuch (9). Aus dem Mittelfeld sind die spielstarken Kevin Krüger (9) und Christoph Neidhardt (9) jederzeit für einen Geistesblitz gut.

„Hessenliga reif“, nennt Schwalmstadts Trainer daher den Gäste-Kader, der aus 15 fast gleichstarken Spielern besteht. Er selbst bangt noch um den Einsatz der angeschlagenen Jan Philipp Trümner und Leon Lindenthal.

Eher ausgeschlossen, dass der Favorit den Außenseiter unterschätzt. „Das wird eine ganz schwere Aufgabe“, mahnt Hünfelds Coach Dominik Weber seine Schützlinge. Mit einem zarten Hinweis auf das 0:0 im Hinspiel, dem einzigen Punktverlust des Aufstiegsaspiranten vor eigenem Publikum.

Woraus sich durchaus ableiten lässt, dass der FCS auch im Rückspiel nicht chancenlos ist. Trotz der zwischenzeitlichen Serie des Gegners.

Von Ralf Ohm

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