Vertrag mit Trainer Güven vorzeitig verlängert

 

Treysa. Das tat weh. Und weil der Frust über eine in der Nachspielzeit besiegelte 0:1 (0:0)-Niederlage so groß war, dauerte die Ansprache von Schwalmstadts Trainer Güven nach dem Spiel etwas länger.

Trost statt Kritik war angesagt, hatte der heimische Fußball-Verbandsligist Tabellenführer Hünfeld doch über weite Strecken des Spiels im Griff gehabt: „Das war ein Duell absolut auf Augenhöhe.“

Dem wollte Heinrich Gringel nicht nachstehen und verkündete als Seelenpflaster die „gute Nachricht“, dass Atilla Güven, der vor der Winterpause Marco Schwab abgelöst hatte, auch in der nächsten Saison, „egal was passiert“, die Mannschaft führen wird. „Schon jetzt ist ein Aufwärtstrend sichtbar“, begründete der FCS-Präsident die vorzeitige Vertragsverlängerung mit dem 34-jährigen B-Schein-Inhaber. Und wollte mit dieser Maßnahme darüber hinaus „ein Zeichen im Abstiegskampf“ setzen.

Das war dem Team gegen die favorisierten Gäste nicht (ganz) gelungen, weil in der 92. Minute einer der zuvor vorbildlich unterbundenen langen Bälle durchgerutscht war. Innenverteidiger Nicolas hatte Sven Bambey auf die Reise geschickt, der an Torwart Kreuter vorbei auf Marius Bublitz verlängerte und der wiederum keine Mühe hatte, diesen überfallartigen Konter zu vollenden (92.) – 0:1. „Ziemlich glücklich“, gestand HSV-Trainer Weber, „schließlich haben wir vorher kaum Torschüsse gehabt.“

Unterbunden von einer taktisch hervorragend eingestellten Schwalmstädter Mannschaft, die in den ersten 35 Minuten sogar spielbestimmend war. Ihr frühes Pressing schmeckte den Osthessen überhaupt nicht, die phasenweise von den Gastgebern in ihrer eigenen Hälfte eingeschnürt wurden. Ein Patt, der dem Spitzenreiter durchaus schmeichelte. Der dafür aber nicht bestraft wurde, weil sich der FCS für sein mutiges Spiel nicht belohnte. Erst waren Chancen Mangelware (erste Halbzeit), dann wurden sie vergeben (zweite Halbzeit).

„Uns fehlte die Kaltschnäuzigkeit im Abschluss“, bekannte Mittelfeldmotor Timo Brauroth. Leon Lindenthal etwa, der freistehend an Torwart Hosenfeld scheiterte (55.). Oder Brian Mitchell, der sich in aussichtsreicher Position nicht zu einem Abschluss durchringen konnte (65.).

Mittlerweile hatte Hünfeld doch noch ins Spiel gefunden, den Druck erhöht und Pech bei Fröhlichs Lattenkopfball (63.) gehabt. Nach einem Bublitz-Schuss klärte Fabian Seck auf der Torlinie (85.), doch diese zweite Großchance rechtfertigte in keiner Weise den späten Siegtreffer. Weil sich Schwalmstadt immer wieder befreien konnte und Patrick Herpe in der 86. Minute per Kopf knapp über das Tor zielte. „Ein typisches 0:0-Spiel“ (Dominik Weber), das 1:0 für den Aufstiegsaspiranten endete.

Von Ralf Ohm

Schwalmstadt-03-2018-25