Breunung und Weber möchten USA-Aufenthalt verlängern

In wenigen Wochen ist für Niklas Breunung und Marek Weber das Kapitel USA beendet, da die beiden Stipendiaten dann ihren Masterabschluss in Business Administration in der Tasche haben werden. Eigentlich. Denn wie das osthessische Fußball-Duo verrät, könnte es nach dem Weihnachtsurlaub schon wieder zurück in die Staaten gehen – aus unterschiedlichen Gründen.
So möchte der Bronnzeller Weber in den kommenden Wochen einige Probetrainings absolvieren, um sich für die USL, die zweite Profiliga unterhalb der MLS, zu empfehlen. Der 24-Jährige hat zwei persönlich hocherfolgreiche College-Saisons, in denen er jeweils die meisten Scorerpunkte in seiner Conference sammeln konnte hinter sich, und sorgte zudem in der Summer League für Furore, in der er ebenfalls die meisten Treffer erzielte. „Ich habe nichts zu verlieren, ich würde es einfach gerne versuchen“, gibt er an, setzt sich allerdings nicht unter Druck: „Klappt es nicht, spiele ich die Rückrunde wieder für Hünfeld. Das ist mein erster Ansprechpartner und ich stehe mit den Verantwortlichen auch in regem Kontakt.“

Wie Weber hängt auch Kumpel Breunung in der Warteschleife – allerdings sind bei dem Keuloser die Gründe anders gelagert. Breunung, ebenfalls höchst erfolgreich auf dem Platz und kürzlich zum besten Defensivspieler seiner Conference gewählt, möchte gerne in den kommenden Monaten Praktika in den Staaten absolvieren und im kommenden Jahr die Summer League spielen. Eine Profikarriere strebt der ebenfalls 24-Jährige hingegen nicht an. „Spätestens nach der Summer League würde ich nach Deutschland zurückkehren“, sagt Breunung, der, falls sich keine passenden Praktika ergeben, zur SG Barockstadt zurückkehren würde. Weihnachten verbringt das Duo, das gemeinsam für Bronnzell in der Jugend, später für den TSVLehnerz und nun für das Team des Le Monye College spielte, allerdings in der Heimat.

Eine enge Freundschaft ist entstanden

Auch dann werden beide in täglichem Kontakt stehen. Waren Breunung und Weber bereits vor dem gemeinsamen USA-Abenteuer gut bekumpelt, ist mittlerweile eine enge Bindung entstanden. „Im ersten Jahr haben wir in einem Zimmer gewohnt, jetzt trennt uns zwar eine Tür, aber eigentlich wohnen wir immer noch zusammen“, erklären sie unisono und müssen scherzhaft zugeben, „dass wir von den anderen nur die Germans genannt werden, weil wir immer zusammen unterwegs sind“. Sie haben ein gutes Gespür für den jeweils anderen entwickelt, sprechen über Sorgen, Nöte und Probleme. Und beide haben festgestellt, „dass sich die Mentalität von uns Deutschen zu anderen Nationalitäten doch ganz schön unterscheidet“.

Auch auf dem Fußballplatz: „Unser College setzt auf viele Deutsche, andere spielen mit vielen Franzosen oder Italienern. Der Fußball ist dementsprechend geprägt“, erklärt Breunung und Weber stellt fest, „dass der Unterschied gerade in der taktischen Ausbildung teilweise enorm ist, beispielsweise legen die Amerikaner deutlich mehr Wert auf Physis und vernachlässigen taktische Spielereien“. In der regulären Saison war in der Conference kein Team besser als Le Monye – das gab es noch nie in dessen College-Geschichte. Umso ärgerlicher war das frühe Aus in den Playoffs, was auch für Breunung und Weber einen kleinen Schatten auf die sonst so erfolgreiche und prägende Zeit in Syracuse (US-Bundesstaat New York) wirft.

Denn ansonsten schwärmen beide von zwei Jahren, die sie auch fußballerisch geprägt haben. „In Deutschland gehörten wir zu den jüngeren Spielern, hier waren wir spätestens in der zweiten Saison Führungsspieler, haben Verantwortung übernommen“, erklärt das Duo im Telefonat und hat festgestellt, „dass uns das auch persönlich noch einmal vorangebracht hat“. Und deswegen streben beide eine Verlängerung an. Das Leben im Land der unbegrenzten Möglichkeiten hat es den beiden Osthessen angetan.

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