Nachfolger von Fehr/Dobler

Der Neue ist kein Fremder: Eugen Wagner löst beim Fußball-Verbandsligisten FC Körle das zurückgetretene Duo Karl-Heinz Dobler/Tobias Fehr ab.

Der 35-Jährige war zu Saisonbeginn aus Kaufungen zurückgekehrt, ehe ihn nach fünf Einsätzen ein Kreuzbandriss stoppte. Jetzt wagt Wagner den Einstieg ins Trainergeschäft. Eine Menge abschauen konnte er sich bei Wolfgang Zientek (Jugend FSV Kassel), Gerhard Reinbold (FSC Lohfelden), Ralph Kistner (OSC Vellmar), Bernd Lichte (KSV Baunatal), Lothar Alexi (CSC 03), Jörg Müller (FC Körle) und dem Kaufunger Coach gleichen Namens, deren Arbeit er stets genau beobachtete.

Allerdings ist Wagners erster Trainerjob kein leichter, denn der FC Körle rangiert auf dem vorletzten Tabellenplatz und muss mindestens zwölf Punkte gutmachen, um das rettende Ufer zu erreichen. Er sagt: „Das wird eine Herkulesaufgabe, aber es ist nicht unrealistisch, den Klassenerhalt noch zu schaffen.“

Mit 17 schon Landesliga gespielt

Der neue starke Mann in der Schwarzwald-Kampfbahn ist aus Erfahrung Optimist und es ist ihm oft gelungen, Probleme schneller zu lösen als andere. Als der damals Sechsjährige mit seinen Eltern aus Kasachstan nach Deutschland kam, stand er auf dem Schulhof des Fuldataler Ortsteils Rothwesten und verstand kein Wort von dem, was seine Mitschüler sagten. Zwei Jahre später konnte er die neue Sprache nahezu perfekt. Und beim Fußball machte ihm sowieso keiner etwas vor.

Einer, der Wagners Talent auf den ersten Blick sah, war Gerhard Reinbold. Der damalige Trainer Lohfeldens zögerte in der Saison 2001/02 nicht, den 17-Jährigen in der Landesliga einzusetzen, wo er sich neben etablierten Spielern wie Goce Malinov, Peter Wefringhaus und Robert Scheiter behauptete und mit dem FSC den Aufstieg in die Oberliga feierte.

In Hessens höchster Spielklasse stürmte der schnelle Angreifer ebenso für Vellmar und den KSV Baunatal. In Vellmar spielte seinerzeit auch Teame Andezion, der im Sommer kurzzeitig Wagners Trainer beim FCK war. Neben zwei Einsätzen in der Regionalliga für Baunatal 2013/14 stehen mehr als 100 Spiele in der Hessenliga zu Buche. Von Wagners Erfahrung sollen nun Körles Kicker profitieren.

Wie lange? „Ich weiß es nicht. Einen Vertrag gibt es nicht, und die Dauer meines Engagements hängt von vielen Faktoren ab. Vom sportlichen Erfolg genauso wie vom Heilungsprozess meiner Knieverletzung. Wichtig wird auch sein, ob sich die Tätigkeit als Trainer mit meinem Beruf und unserem Familienleben in Einklang bringen lässt“, sagt der Vater zweier Söhne.www.hna.de

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