Verbandsliga: Topspiel in der Rhönkampfbahn

15 Spiele lang war der Hünfelder SV bis zum vergangenen Sonntag ungeschlagen: Just vor dem heutigen Schlager (18.15 Uhr) in der Rhönkampfbahn gilt es, die 2:3-Niederlage gegen Rothwesten aus den Köpfen zu streichen. Trotz des herben 0:4 aus dem Hinspiel gilt der Tabellenführer aus der Haune – gegen den Herausforderer aus der Barockstadt als Favorit.

Der Ärger über den schwachen Auftritt gegen Rothwesten ist verraucht, bei HSV-Coach Dominik Weber überwiegt die Vorfreude auf den Kracher: „Die Jungs sollen es genießen. Der Blick zurück bringt uns nicht weiter.“ Ob sein Team als Favorit ins Spiel geht, das will der Hünfelder Trainer so direkt nicht bestätigen, freilich spiele man aber zu Hause, „und da richten wir uns nicht großartig nach dem Gegner, sondern wollen unser Spiel durchdrücken.“

Der HSV ist mit 63 Treffern die Tormaschine der Liga, Johannesberg hat als Zweiter kurioserweise hinter Schlusslicht Mengsberg die schwächste Offensive, steht dafür hinten bombensicher. Mehr als vier Tore wie im Hinspiel hat Johannesberg nie in einer Partie in dieser Verbandsligasaison erzielt. „Das ging gar nicht. Unser Vereinsboss Lothar Mihm hat sich damals geschämt für unsere zweite Halbzeit“, erinnert sich der Sportliche Leiter der Hünfelder, Mario Rohde, ungern zurück.

An eine derartige Vorführung für Hünfeld glaubt heuer aber nicht mal der Trainer des aufstrebenden Liganeulings, Jochen Maikranz: „Ich betone immer wieder, dass Hünfeld  eine homogene, über die Jahre gewachsene Truppe ist. Wir werden eine Topleistung abrufen müssen, um dort zu bestehen.“ Nur einen Punkt will Maikranz deshalb aber nicht als Ziel ausgeben: „Wir haben ein sauschweres Spiel bei Hessen Kassel II am vergangenen Sonntag erfolgreich gestalten können. Das 1:0 soll uns Auftrieb geben, zudem können wir das Meisterrennen mit einem Erfolg wieder richtig eng gestalten, und das ist sogar uneigennützig gemeint“, so der gebürtige Weichersbacher.

Auch Mario Rohde betont im Hinblick auf die Tabelle die Wichtigkeit des Spiels. „Sind wir mal ehrlich: Bei einem Johannesberger Sieg sind die wieder auf einen Punkt an uns herangerückt. Ich gehe nämlich davon aus, dass sie das Nachholspiel gewinnen werden. Und dann wären wir plötzlich schon nicht mehr der so sichere Meister. Den Titel wollten uns ja schon alle andichten“, ruft der Sportliche Leiter die höchste Alarmbereitschaft aus.

Personell sieht es bei den Hünfeldern derweil besser aus bei der SGJ: Der HSV ist mit Ausnahme von Niklas Wahl (Hüfte) komplett, bei den Rot-Weißen hingegen werden Mittelfeldspieler Anton Balz (Knieprobleme) Stürmer Alin Cotan (Innenband im Knie) sicher fehlen, fraglich sind auch Osman Özlük (Zahn-OP) sowie Radomir Vlk, Benjamin Mwanza und Cino Schwab, die alle muskuläre Probleme mit sich herumschleppen. „Dennoch sind das keine Ausreden“, betont Maikranz, während Mario Rohde ideale Bedingungen für das Nachholspiel sieht: „Mehr Topspiel geht nicht“, hofft der Schlotzauer auf 500 bis 800 Zuschauer.

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