Hünfeld – Von Jakob Vogel – Größer hätte die Chance auf den ersten Saisonsieg in der Fußball-Hessenliga kaum sein können – doch das Warten geht weiter: Der Hünfelder SV kam zuhause gegen einen schwachen FSV Fernwald nicht über ein 1:1 (0:0) hinaus, erst mit einem Mann weniger kamen die Gäste zum Ausgleich.

„Das fühlt sich heute wie eine Niederlage an. Wir haben kein gutes Spiel gemacht, waren aber über weite Strecken besser als Fernwald. Die Zuschauer haben heute definitiv kein schönes Hessenliga-Spiel gesehen“, haderte HSV-Coach Johannes „Johnny“ Helmke. Die Partie endete aus Hünfelder Sicht ernüchternd und begann furios. Es waren keine 30 Sekunden gespielt, da bekam der HSV einen Elfmeter zugesprochen. Alexander Reith spielte einen schönen Pass auf Christoph Sternstein, der von Kevin Göbel gelegt wurde. Kapitän Julian Rohde trat an, schoss torwartfreundlich ins linke Eck und Keeper Mustafa Yaman parierte.

Nach der turbulenten ersten Spielminute passierte lange nichts. Viele Zweikämpfe im Mittelfeld, Ungenauigkeiten auf beiden Seiten und lange Bälle prägten die erste Halbzeit. Im generischen Ballbesitz spielte Hünfeld in einem 4-4-2-System: Reith und Youngster Max Vogler rannten hoch an und versuchten Fernwald im Spielaufbau zu stören. Dieser Spielaufbau war mit zunehmender Spieldauer aber kaum noch vorhanden, denn die Gäste spielten fast ausschließlich Steilpässe auf ihre beiden schnellen Stürmer Brian Mukasa und Kouami Dalmeida, die in der 25. Und 40. Minute zwei gute Chancen verbuchen konnten.

Im zweiten Durchgang agierte Hünfeld mutig, presste hoch und belohnte sich mit der ersten Gelegenheit. Sternstein schlug eine gechipte Flanke von rechts an den zweiten Pfosten und Maximilian Fröhlich köpfte aus zwei Metern ein (48.). Bis zur 60. Minute blieb der HSV seiner Linie treu und hätte durch Fröhlich (52.) sowie einen Kopfball von Franz Faulstich (59.) erhöhen können, dann zog sich die Helmke-Elf etwas zurück und versuchte nach Ballgewinnen zu kontern.

Bei einem solchen Konter brannten Fernwalds Stürmer Mukasa die Sicherungen durch. Sternstein zündete den Turbo und Mukasa räumte den 24-jährigen mit vollem Tempo von hinten ab und sah völlig zurecht die Rote Karte (79.). Mit dem ersten Spielzug in Unterzahl schafften die Gäste aus Mittelhessen den schmeichelhaften Ausgleichstreffer. Dalmeida spielte einen Außenrist-Pass in den Hünfelder Strafraum, Keeper Fabian Brunner ließ den Ball nach vorne prallen und Mirko Freese staubte ab (81.). „Jeder Feldspieler hat heute mindestens einen Fehler gemacht und als Torwart ist das Ding natürlich sofort im Tor“, sagte Helmke und nahm somit seinen Schlussmann in Schutz.

Beide Teams warten noch auf den ersten Hessenliga-Sieg in dieser Saison. Während Hünfeld am Mittwoch nach Bad Vilbel reisen wird, ein Team, dass laut Helmke „nochmal einen Tick stärker als Fernwald spielt“, empfängt der FSV Fernwald den VFB Ginsheim. „Wir haben in zwei Spielen Punkte verschenkt, heute haben wir mal einen glücklichen Punkt mitgenommen. Hünfeld ist keine schlechte Mannschaft, deswegen bin ich angesichts der Unterzahl, die wir hatten, zufrieden“, sagte FSV-Trainer Daniyel Bulut.

Hünfeld: Brunner – Wenzel (61. Gadermann), Faulstich, Witzel, Vogt – Dücker, Rohde (88. L. Budenz) – Sternstein, Reith (70. Krieger), Fröhlich – Vogler.

Fernwald: Yaman – Bender, Vier, Kaguah (49. Ademi), Göbel (46. Burger) – Simon (46. Schäfer), Goncalves, Ersentürk, Freese – Dalmeida, Mukasa.

Schiedsrichter: Philipp Metzger (Wolfhagen)

Tore: 1:0 Maximilian Fröhlich (48.), 1:1 Mirko Freese (81.)

Zuschauer: 200

Verschossener Foulelfmeter: Julian Rohde (Hünfeld, 2.) – Mustafa Yaman hält.

Rote Karte: Brian Mukasa (Fernwald, 79.) – wegen groben Foulspiels.