Verbandsliga: HSV-Spiel verzückt die Fans

Stunden nach Abpfiff feierten die HSV-Spieler noch in der Kabine, bevor es auf die Morleser Kirmes ging. Foto: Facebook-Seite Hünfelder SV

Das Wort Spektakel entstammt dem Lateinischen und bedeutet so viel wie „Schauspiel, Augenweide, Anblick, Krach und Lärm“. Ein Superlativ dafür findet sich auch im Duden nicht, man könnte aber getrost das samstägliche Spiel des Hünfelder SV gegen den SSV Sand (6:3) dafür verwenden.

Denn was sich gerade in den zweiten 45 Minuten auf der Rhönkampfbahn abspielte, spottet jeder Beschreibung: Der HSV führte den hohen Meisterschaftsfavoriten phasenweise vor, spielte sich in einen Rausch und hätte sogar noch mehr als die fünf Tore erzielen können. Warum? Weil sich quasi allen taktischen Zwängen entledigt wurde. Den Gegner ganz früh zu attackieren, erwies sich als goldrichtig. In Durchgang eins war der Plan noch ein anderer: Aus einem kompakten Mittelfeld nach Ballgewinnen schnell umzuschalten. Doch Letzteres scheiterte an einer zu behäbigen Spielweise mit einer Mannschaft ohne Mumm. Diesen Mumm zeigte der HSV danach in beeindruckender Art und Weise.

Der Lohn: Hünfeld hat wieder Tuchfühlung auf den SSV, kann am kommenden Wochenende mit einem Sieg in Kaufungen bis auf einen Punkt an den Zweiten heranrücken, der dann spielfrei sein wird. Spitzenreiter Johannesberg hingegen ist bei einem Spiel mehr sechs Punkte weg und könnte dank des HSV-Erfolgs am kommenden Wochenende (Heimspiel gegen Schlusslicht Mengsberg) noch einmal so richtig Meter machen.

Die Hünfelder feierten den Sieg entsprechend, bis die letzten Spieler unter der Dusche standen, war es längst düster, die lautstarken Gesänge der Spieler drangen von der Kabine bis ins Sportlerheim. „Das war schon wichtig, dieses Spiel zu gewinnen“, bekannte Kapitän Julian Rohde mit Blick auf die Tabelle, dem auch eine Zentnerlast von den Schultern abfiel, denn das so lange erwartete erste Tor nach seiner Rückkehr aus Steinbach fiel am Samstag. „Passender Zeitpunkt“, sagte Rohde mit einem Augenzwinkern.

Sands Abwehrchef fehlte aus freudigem Anlass

Beim SSV Sand fehlte Trainer Peter Wefringhaus, für ihn coachte Björn Lohse und so stellte sich auch die Frage, ob „die Mäuse auf dem Tisch tanzen, wenn die Katze aus dem Haus ist“. Zumindest mit einem „jein“ war sie zu beantworten. „Wir haben in Weidenhausen verloren, wir haben in Hünfeld verloren. Beide Spiele darf man auch verlieren, aber nicht so deutlich“, sagte Kapitän Tobias Oliev, der allerdings weiß, „dass das eben ein Spiel war, wo für Hünfeld plötzlich alles läuft“.

Seinem Team hingegen gelang nichts mehr und läuft nun Gefahr, vielleicht schon wieder nicht Meister zu werden: „Wir können das alles sehr realistisch einschätzen, auch nach dem 0:4 in Weidenhausen sind wir super zurückgekommen“, blickte Oliev gleich wieder nach vorne. Dann ist auch wieder Abwehrchef Florian Amert dabei, der am Samstagmorgen Vater wurde und die Reise in die Zuse-Stadt dementsprechend nicht mit antrat.

Autor: Johannes Götze