Verbandsliga: Hünfeld untermauert Spitze

„Die Siege sind geil“, resümierte HSV-Coach Dominik Weber nur Sekunden nach Abpfiff. Der Tabellenführer hatte zuvor ein extrem kompliziertes Spiel auf dem Kunstrasen in Heiligenrode gegen die TSG Sandershausen mit 1:0 (0:0) gewonnen.

Das Tor des Tages erzielte Florian Münkel, der nach einem Zuckerpass von Alexander Reith per Kopf in Mittelstürmermanier verwertete (61.). Münkel war es auch, der die größte Chance zum 2:0 liegen ließ, aber am glänzend parierenden Loic John scheiterte (69.). Auf der anderen Seite hatte der HSV Probleme nach weiten Einwürfen und Standards. Die beste Gelegenheit vereitelte Sebastian Ernst per Glanztat gegen Zakariae El Jamouhi kurz nach der Pause. „Das war die Phase, in der wir Glück hatten“, sagte Weber, der anführte, „dass Sandershausen aber hauptsächlich nicht am Spiel teilhaben, sondern mit zerstören und treten zum Erfolg kommen wollte“.

Dass es Sandershausen hier und da mit der Aggressivität übertrieb, spürte beispielsweise Kevin Krieger ganz früh im Spiel: Innenverteidiger Justin Schumann trat ohne jede Chance den Ball zu erreichen in vollem Tempo Hünfelds Mittelstürmer das Standbein weg. Mit Gelb wäre Schumann noch gut bedient gewesen, doch Schiedsrichter Marcus Rolbetzki beließ es bei einer Ermahnung. Für Krieger ist das Fußballjahr beendet, die Diagnose dürfte, wie HSV-Physio Siggi Larbig berichtete, „Bänderriss im Sprunggelenk“ lauten, auch ein Knöchelbruch ist nicht ausgeschlossen.

Weber ließ hingegen an Magnus Künkler kein gutes Haar, „weil der auch noch permanent Sachen reinbrüllt, die nichts auf dem Sportplatz verloren haben“. Dass der Sieg richtig teuer bezahlt worden ist, lag an der Gelb-Roten Karte gegen Münkel. Sowohl er als auch Krieger werden das Gipfeltreffen gegen Johannesberg verpassen.
Bereits vor dem Spiel war es für die Hünfelder kompliziert geworden: Weil in Heiligenrode keine geeignete Umkleide für die Gäste vorgesehen war, musste sich der Gast in Sandershausen umziehen und anschließend mit den Kleinbussen gen Heiligenrode fahren. Dort fühlte sich der HSV dann schnell an alte Zeiten erinnert: Der Kunstrasen ist zwar erst acht Jahre alt, allerdings dringend sanierungsbedürftig. „Der wird gefühlt permanent genutzt“, verriet ein Insider, der auch wusste, „dass Sandershausen nur im Notfall hierher ausweicht“.

Die Statistik:

TSG Sandershausen: John – Stengele, Luis, Schumann, Künkler (86. Sezer) – El Jamouhi, Bredow, Minne, Hebold – Akman, Rühlmann (77. Jablonski).
Hünfelder SV: Ernst – Neidhardt. Dücker, Häuser, Vogt – Rohde, Alles – Kornagel (89. Göbel), Reith (73. L. Budenz), Fröhlich – Krieger (11. Münkel).
Schiedsrichter: Marcus Rolbetzki (FSV Schröck).
Zuschauer: 180.
Tor: 0:1 Florian Münkel (61.).
Gelb-Rote Karte: Florian Münkel (80., Hünfeld).

Autor: Johannes Götze

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