Verbandsliga: HSV siegt hochverdient

 

Nach fünf Unentschieden gegen den TSV Rothwesten in der Verbandsliga-Historie, gelang dem Hünfelder SV nun der erste Sieg – und das 2:0 (0:0) war über die Maßen verdient, im guten zweistelligen Bereich hatte sich die Weber-Elf hochkarätige Chancen erspielt.

Weil neben Tarek Belaarbi mit Franz Faulstich auch der zweite Innenverteidiger ausfiel, machte HSV-Coach Dominik Weber aus der Not kurzerhand eine Tugend und stellte gegen die erwartet defensiven Gäste auf Dreierkette um. Gerade auf der linken Verteidigerposition machte sich das Fehlen eines vierten Mannes ab und an bemerkbar, da die Angriffe Rothwestens meist über Igor Losic liefen. Zweimal musste Sebastian Ernst vor der Pause auch zupacken, sonst aber spielte der HSV und hätte zur Pause auch führen müssen.

Kevin Seeger klärte eine Standard an die eigene Latte (4.), Maximilian Fröhlich und Sebastian Schuch scheiterten an Christoph Herbst (20.), Thorsten Trabert hatte mit einem Abschluss aus 15 Metern Pech (26.) und Niklas Wahl machte zwar alles richtig, aber Herbst lenkte das Leder noch um den Pfosten (33.). Auch bei Steffen Witzels Kopfball (26.) und Schuchs Versuch (44.) aus kurzer Distanz lag ein Tor in der Luft. So aber ging es mit dem gewohnten Ergebnis gegen Rothwesten in die Kabinen.

Und nach der Pause – Weber stellte wieder auf das angestammte 4-2-3-1 um – hatte Rothwesten offensiv gar nichts mehr zu bieten, dafür übertraf sich Hünfeld zunächst weiterhin im Chancenvergeben: Erst war der ganz starke Wahl wieder nur zweite Sieger gegen Herbst (51.), dann verfehlte Neidhardt das Tor aus bester Position (58.). Den Bann brach Schuch, als Trabert zunächst das Tempo geschickt drosselte, Kevin Krieger perfekt flankte und Schuch per Flugkopfball schulbuchmäßig über Herbst hinweg einnetzte (59.). Weil Neidhardt (70.), Schuch (73.) und Robert Simon (74.) riesige Möglichkeiten herschenkten, dauerte es bis zu Neidhardts in der 81. Minute verwandeltem Elfmeter, den er selbst gegen Herbst rausgeholt hatte, ehe das Spiel entschieden war.

„Ich wollte gegen Rothwesten diesmal einfach mal was anderes machen, die erste Halbzeit mit Dreier- und die zweite mit Viererkette spielen. Beides hat gut funktioniert, der Sieg war absolut verdient“, analysierte Weber, dem zahllose Steine vom Herzen gefallen waren. Sein zweiter Schachzug war ein ganz besonderer: Rund zehn Bälle hatte er um das Spielfeld herum verteilt. „Das ist ja so ein bisschen das Motto von Rothwesten, dass sie aus jedem Einwurf, aus jedem Freistoß einen Staatsakt machen. Dem wollte ich so ein wenig entgehen.“

Die Statistik:

Hünfeld: Ernst – Krenzer (88. Göbel), Helmke, Witzel – Trabert (61. Simon), Budenz – Wahl, Krieger (86. Kröning), Fröhlich – Schuch, Neidhardt.
Rothwesten: Herbst – Igel, Omaric, Seeger, Trabner – Losic (84. Mijatovic), Siewert, Noja, Dzibas – Al Omari, Geisler (63. George).

Schiedsrichter: Dennis Becher (FSG Burg-Gräfenrode).
Zuschauer: 250.
Tore: 1:0 Sebastian Schuch (59.), 2:0 Christoph Neidhardt (81., Foulelfmeter).

Autor: Johannes Götze

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