Ein Arbeitssieg des Spitzenreiters

Baunatal. Meistens spielen sie erfolgreich und schön. Manchmal läuft der Ball reibungslos durch die eigenen Reihen, aber das Ergebnis stimmt nicht. Und mitunter ist es so wie am Samstag.

Der Tabellenführer der Fußball-Hessenliga, der KSV Baunatal, gewann zwar sein Punktspiel gegen den Hünfelder SV mit 3:1 (2:1), aber ein rauschendes Fußballfest wurde im Baunataler Parkstadion nicht gefeiert. Es war eher ein mühsamer Arbeitssieg, der erst nach dem dritten Baunataler Treffer feststand, den David Simoneit in der 90. Minute erzielte.

Tobias Klöppner, die eine Hälfte des Trainerduos Klöppner/Nebe, nutzte die Gelegenheit, das gerade Gesehene in seiner drastischen und blumigen Sprache zusammenzufassen. „Ich sterbe mal an Augenkrebs oder einem Herzinfarkt“, sagte Klöppner und fügte hinzu: „Aber solange wir oben stehen, sterbe ich glücklich.“

Bei so viel Pathos ist Klöppners Kollege Tobias Nebe für die Prosa zuständig. Nebe sprach von einem Arbeitssieg und sagte auch: „Mit der Einstellung bin ich zufrieden, spielerisch ist aber noch Luft nach oben.“

Dies gilt vor allem für die erste Viertelstunde der Partie, denn der KSV Baunatal hatte einen ganz schwachen Start erwischt, und die 200 Zuschauer im Parkstadion mussten anerkennen, dass der Hünfelder SV zunächst die bessere Mannschaft war. Danach aber brauchte der KSV nicht mehr lange, um mit 1:0 in Führung zu gehen. In der 24. Minute gab es eine Ecke für Baunatal, die von Nebe getreten wurde. Mirko Tanjic verlängerte per Kopf, und am langen Pfosten lauerte Manuel Pforr, um abzustauben.

Wie gewonnen, so zerronnen: Nur fünf Minuten später stand es 1:1, weil Daniel Schirmer allein auf das Baunataler Tor zulaufen durfte. Der Hünfelder Stürmer nutzte seine Chance und überwand Baunatals Torwart Kim Sippel mit einem Schuss in die lange Ecke.

Pforr aber war noch in Stimmung, setzte sich in der 32. Minute im Strafraum durch und krönte seine Aktion mit dem Treffer zum 2:1. Das war der verdiente Lohn für den starken zweiten Teil der ersten Halbzeit.

In den zweiten 45 Minuten versäumten es die Gastgeber mehrfach, mit dem dritten Treffer alles klarzumachen. Hünfelds Torwart Christian Ruck hielt Nebes Schuss aus spitzem Winkel 60.) und hatte Glück, dass Pforr nur zwei Minuten später das Tor nicht traf.

So musste bis zur letzten Minute gezittert werden. Dann erlöste David Simoneit mit einem gekonnten Lupfer aus spitzem Winkel die Baunataler Spieler, Trainer und Zuschauer.

Von Gerd Brehm  www.hna.de