KSV mit historischem Heimspieljahr

Dass ausgerechnet der Hünfelder SV dem KSV Hessen Kassel im letzten Heimspiel des Kalenderjahres die erste Niederlage zufügen würde, war von der Papierform unwahrscheinlich und am Platz ausgeschlossen.

Denn für den HSV wäre nur etwas möglich gewesen, wenn auch und vor allem der Gegner mitgespielt hätte. Doch der KSV trat von Beginn an hochkonzentriert auf, spielte beinahe fehlerlos – genau nach dem Gusto von Trainer Tobias Cramer, der ein „tolles Spiel“ seiner Mannschaft konstatierte und ein Heimspieljahr beendete, das seinesgleichen sucht. 1981, damals noch als Zweitligist, beendete der KSV letztmals ein Kalenderjahr ohne Heimniederlage. Zugegeben, die wenigen Jahre unterhalb der Landesliga ließ der Chefstatistiker geflissentlich unter den Tisch fallen. Dennoch bemerkenswert, schließlich stieg der KSV im Mai aus der Regionalliga ab. 

Und dass die Löwen in der kommenden Saison wieder Regionalliga spielen, ist wieder ein Stück realistischer, schließlich ließ der Tabellenzweite Bayern Alzenau Federn. Dass aber vielleicht auch der HSV wieder in die letztjährige Liga zurückkehren wird, ist ebenfalls nicht unrealistisch. Die Ergebnisse der Konkurrenz zeigen Wirkung beim Verbandsliga-Meister, die beiden verbleibenden Spiele in Hadamar und gegen Griesheim sollten keinesfalls beide verloren werden. HSV-Coach Dominik Weber, der sein Team kräftig umgebaut hatte und auf ein 4-3-3-System vertraute, ist guter Dinge, dass sein Team noch vor dem Winter ein Positiverlebnis verzeichnen werde. „Andere Spiele“, seien das. Teams, die nicht über eine solch hohe Qualität verfügen. Und mit Niclas Rehm und Maximilian Fröhlich werden wieder zwei Alternativen mehr verfügbar sein – im Auestadion war der HSV-Kader schon arg lädiert. Neben einer konzentrierten und couragierten Leistung der Löwen, stellte gerade die Qualität der beiden schnellen Außen Marco Dawid und Nael Najjar den HSV vor Probleme. Hinzu kamen ein unglückliches Eigentor zum 0:1 von Sebastian Ernst, individuelle Fehler von Sebastian Alles sowie Franz Faulstich zum 0:2 und 0:3. Gerade in den Minuten vor dem 0:3 hätten Kevin Krieger und Sebastian Schuch dem Spiel neuen Drive verleihen können, vergaben allerdings zwei Hochkaräter. Die einzigen klaren Gelegenheiten im gesamten Spiel für die Gäste. Eben ein Klassenunterschied.

Autor: Johannes Götze

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