torgranate-Analyse: Hünfelder SV

Am Ende des Jahres ist die Stimmung beim Hünfelder SV durch einige Rückschläge in der letzten Zeit getrübt. Dabei verkaufte sich der Aufsteiger lange Zeit prächtig in Hessens Beletage des Fußballs. In unserer torgranate-Analyse werfen wir einen kurzen Blick auf die Lage rund um die Rhönkampfbahn.

So lief die bisherige Runde:

Mit dem Start konnte in Hünfeld jeder leben. Die Gegner hatten es wahrlich in sich und der SG Barockstadt wurde die erste Liganiederlage der jungen Vereinsgeschichte beigefügt, ehe auch dem KSV Hessen Kassel ein Punkt abgetrotzt wurde. Richtig in der Liga angekommen war die Elf von Dominik Weber ab Spieltag sieben, als zehn Punkte aus vier Spielen gefeiert werden konnten. In den zehn Partien vor der Winterpause ließ allerdings nur der 3:2-Sieg über Baunatal und das 2:2 in Bad Vilbel die Herzen nochmal höherschlagen, sodass es letztendlich ein ernüchternder Ausklang der ersten Halbserie für die Haunestädter war. Der HSV überwintert nun sogar auf einem möglichen Abstiegsplatz, obwohl er lange Zeit über dem Strich stand. Besonders in der Offensive drückt der Schuh, 17 Treffer in 20 Spielen sind die mit Abstand wenigsten der Liga.

So haben die Neuzugänge eingeschlagen:

Vom Zusammenschluss der SG Barockstadt profitierte Hünfeld und schnappte sich alle fünf Neuzugänge aus dem Dunstkreis der SGB. Mit Andre Vogt, Sebastian Alles und Marcel Dücker haben sich deren drei zu Stammspielern gemausert. Konnte man es bei den beiden Erstgenannten durch ihre gesammelten Erfahrungen erwarten, hat sich Dücker auf der rechten Verteidigerposition festgespielt. Hinter den Erwartungen blieb bislang Daniel Kornagel. Der ehemalige Borusse wurde immer wieder von kleineren Verletzungen zurückgeworfen, brachte es auf erst neun Partien, wovon nur eine über die komplette Spielzeit ging. Noch gar nicht ins Rampenlicht spielen konnte sich der 19-jährige Noah Quanz. Gerade erst von einer Sprunggelenksverletzung erholt, riss sich Quanz in einem Spiel der Reserve das Kreuzband.

In Erinnerung bleibt:

Als wahrer Zuschauermagnet erwies sich der Hünfelder SV zu Rundenbeginn. 6200 Zuschauer pilgerten allein in den ersten drei Partien gegen Flieden (0:2), Barockstadt (1:0) und Hessen Kassel (0:0) in die Rhönkampfbahn. Als positives Highlight bleibt vor allem der 1:0-Erfolg gegen die neuformierte SG Barockstadt in Erinnerung, als Franz Faulstich die blau-weißen Gemüter mit seinem Kopfballtreffer zum Überkochen brachte. Dagegen musste gegen Flieden gleich zweimal eine bittere Niederlage hingenommen werden, im Kopf bleibt auch die lange Durststrecke vor der Winterpause mit der 1:2-Niederlage zum Abschluss gegen Griesheim.

Ausblick:

Dass es von Anfang an gegen den Abstieg gehen würde, war den Verantwortlichen bewusst. Das Umfeld in Hünfeld bleibt deshalb ruhig. Zwar steht aktuell ein Platz, der den Gang zurück in die Verbandsliga bedeuten könnte, doch genügend Möglichkeiten zum Punkten hat Hünfeld noch. Sehr wichtig wird ein guter Start in die Restrunde sein, denn mit Griesheim, Neu-Isenburg und Ederbergland warten zu Beginn wegweisende Begegnungen gegen direkte Konkurrenten. Etwas tun muss sich selbstredend auch im Offensivspiel. Hier wurde mit Florian Münkel bereits ein erster Transfer eingetütet. Münkel kann als Stoßstürmer zu Neidhardt und Co. eine echte Alternative und ein wichtiger Faktor bei der Mission Klassenerhalt sein.

Autor: Tobias Konrad

HSV 2018 Lotto Hessenliga