Verbandsliga: Hünfeld enttäuscht offensiv

Die SG Johannesberg, so viel ist spätestens seit dem 3:0-Topspiel-Sieg gegen den Hünfelder SV gewiss, steht auf dem Favoritenschild der Verbandsliga Nord ganz weit oben – vielleicht sogar ganz oben.

Denn der Auftritt war in allen Belangen stark: Die Defensive um die erfahrenen Mihai Moise und Paolo Mondo in der Innenverteidigung steht sattelfest, in Kengni Fotsing verfügt das Team über einen überragenden Balancespieler und nach vorne geht ohnehin die Post ab. Zu was die fünf Offensiven imstande sind, zeigten sie wieder und wieder auf. 

Am besten gefiel Marius Löbig, der über die linke Seite kam und zahllose gute Situationen für sich zu verbuchen wusste. Die beste krönte er mit dem zu diesem Zeitpunkt verdienten Führungstreffer. Einen Konter spielte er allein zu Ende, behielt vor Hünfelds starkem Schlussmann Sebastian Ernst alle Nerven und umkurvte ihn gar noch (63.). Weil Hünfeldin dieser Phase mehr geschockt als angriffslustig wirkte, machte SGJ-Kapitän Niklas Zeller das einzig richtige und zirkelte einen an ihm selbst verursachten Strafstoß aus 25 Metern hinein ins Glück (68.). Schon jetzt war klar: Hünfeldist geschlagen, weil sich Johannesberg viel zu stabil präsentierte und gar noch das 3:0 folgen ließ.

„Nicht stattgefunden“

Trainer Zeljko Karamatic war dementsprechend zufrieden. Hochzufrieden. „Sehr, sehr, sehr, sehr gut“, sagte er und fand keinen Makel, nicht einmal den kleinen, dass sein Team nicht schon früher eine Chance zu nutzen wusste. Und dann sprach er von der Rolle, die seinem Team nun zukommen wird. Wie stark die Mannschaft in allen Teilen sei, wisse er, wolle aber viel lieber von Spiel zu Spiel gucken. Es geht nun nach Weidenhausen, dann kommt Flieden. Keine Laufkundschaft. 
Und Hünfeld? HSV-Coach Dominik Weber vertraute zwar auch das vierte Mal auf das gleiche Personal, schraubte allerdings am System. Mit einer Fünferkette im Mittelfeld sollte Johannesberg nicht ganz so viel Raum auf den Außen gewährt werden. Nur gelang das selten bis nie. Und nach vorne funktionierte fast nichts. „Nicht stattgefunden“, nannte Weber die Weber die Offensivleistung, haderte mit dem 0:1, weil sein Team nicht in einen Konter laufen dürfe, wolle das Spiel aber nicht überbewerten. 

Das Spiel erinnerte stark an die gleiche Begegnung wie vor zwei Jahren. Wieder war es der vierte Spieltag, wieder wurde um 17 Uhr angestoßen, nur schoss die SGJ damals noch ein Tor mehr. Was folgte: Hünfeld wurde Meister. „Ein bisschen abergläubisch sind wir Fußballer ja alle“, meinte Weber – mit entsprechendem Galgenhumor.

Die Statistik:

SG Johannesberg: Hofacker – Lembach, Mondo, Moise (85. Rintelmann), Velkovski – Fotsing (71. Rexius) – Löbig, Zeller, Mosch, Gjocaj – Leucuta (74. Sorg). 
Hünfelder SV: Ernst – Dücker, Faulstich (83. Gadermann), Witzel, Häuser (69. Münkel) – Neidhardt, Alles, Krieger, Rohde, Fröhlich (60. Vogt) – Reith. 
Schiedsrichter: Leon Kanwischer (TSV Zierenberg). 
Zuschauer: 450. 
Tore: 1:0 Marius Löbig (63.), 2:0 Niklas Zeller (68.), 3:0 Patris Gjocaj (85.).

Autor: Johannes Götze

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