Verbandsliga: 6:2-Sieg beim Schlusslicht

Im altehrwürdigen Kassler Nordstadtstadion, in dem Hermannia Kassel einst große Erfolge feiern konnte und sein A-Liga-Spiel parallel am benachbarten Kunstrasen austrug, siegte der Hünfelder SV hochverdient mit 6:2 (3:2) beim Verbandsliga-Schlusslicht FC Bosporus Kassel.

Dabei lag der HSV nach nur 120 Sekunden zurück, bei einem langen Ball stand der HSV schlecht gestaffelt und Omar Bayoud köpfte an HSV-Keeper Sebastian Ernst vorbei ins Tor. Den Fehlschlag verarbeite die Elf von Dominik Weber sofort und schoss Mitte der Halbzeit binnen vier Minuten eine 3:1-Führung heraus: Sebastian Schuch traf nach Ecke von Kevin Krieger, Steffen Witzel nach Ecke von Lukas Budenz und Oliver Krenzer nach starker Balleroberung Kriegers und anschließendem intelligenten Schnittstellenpass. Auch von Abdolloah Alidrisis Anschlusstreffer, nach Krenzers Fehlpass in der Spieleröffnung, ließ sich der Gast nicht beeindrucken.

Ganz im Gegenteil, denn nach der Pause ließ Hünfeld nur noch eine Chance durch Yegül zu, die Ernst gut hielt, hätte vorne aber gut und gerne ein halbes Dutzend Tore erzielen können. Drei wurden es letztlich: Schuch schnürte nach doppeltem Doppelpass zwischen Niklas Wahl und Christoph Neidhardt einen Doppelpack, Budenz traf nach neuerlicher Vorlage Kriegers sehenswert aus der Distanz und zum Schluss war auch Krieger selbst an der Reihe, als er nach Balleroberung Tarek Belaarbis einen intelligenten Heber ansetzte und so vollenden konnte.

Einziger Wermutstropfen: Belaarbi verdrehte sich bei dieser Aktion das Knie, bei dem schon einmal das Kreuzband gerissen war und musste runter. „Ich hoffe, dass es nichts Schlimmes ist“, sagte Weber, der berichtet, dass der Innenverteidiger nicht mehr auftreten konnte. Zuerst nahm Schuch die Innenverteidigerposition ein, für die letzten fünf Minuten dann Coach Weber selbst, der schon vor der Partie eine erstaunliche Entscheidung getroffen hatte: Kapitän Johannes Helmke wurde zur KOL-Reserve, die er kommende Saison übernimmt, abgestellt. Die um den Klassenerhalt kämpfende Rohde-Truppe setzte sich mit 4:0 bei Schlusslicht Wartenberg/Salzschlirf durch.

„Letztlich haben wir die richtigen Personalentscheidungen getroffen, die alle gemeinsam abgesprochen wurden“, erklärte Weber, der mit sich selbst nur drei Feldspieler auf der Bank sitzen hatte. Und auch mit dem Spiel seines Teams war er rundum zufrieden, besonders gefielen ihm die vielen schnellen Balleroberungen im Zentrum. Der Rückstand auf die spielfreien Fliedener beträgt nun noch fünf Punkte, bis zu Spitzenreiter Sand sind es deren sechs. Alle drei Topteams stehen nun bei 25 Spielen.

Die Statistik:

Bosporus Kassel: Rega; Kocak, Kahraman, Alidrisi, Cemali, Tanjic, Rezene, Latifiahvaz (57. Yegül), Hajzeraj, Hess, Bayoud (62. Nasseri).
Hünfeld: Ernst – Wahl, Faulstich, Belaarbi (81. Völker), Witzel – Krenzer (70. Krenzer), Budenz – Neidhardt (85. Weber), Krieger, Fröhlich – Schuch.

Schiedsrichter: Pascal Immig (SV Hörne 01).
Zuschauer: 50.
Tore: 1:0 Omar Bayoud (2.), 1:1 Sebastian Schuch (22.), 1:2 Steffen Witzel (25.), 1:3 Oliver Krenzer (26.), 2:3 Abdolloah Alidrisi (30.), 2:4 Sebastian Schuch (56.), 2:5 Lukas Budenz (75.), 2:6 Kevin Krieger (81.).

Autor: Johannes Götze

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