Hessenliga: Görens Elf weiter in Fahrt

Im Hinspiel ermauerte sich der Hünfelder SV den 1:0-Derbysieg gegen die SG Barockstadt. Im Rückspiel sollte eine ganz andere Rezeptur zum Erfolg führen – und das ging kräftig in die Hose. Mit 4:1 (3:1) setzten sich die weiterhin deutlich im Aufwind befindlichen Fuldaer durch und sind nun auch tabellarisch die klare Nummer eins in Osthessen – stehen zumindest über Nacht gar am sechsten Platz.

Dominik Weber formierte seine Hünfelder in einem 4-2-3-1-System, das mit hochstehenden Außenverteidigern mutig agieren sollte. Und in der Tat spielte Hünfeld im ersten Durchgang gefällig nach vorne, bis zum Strafraum waren vielversprechende Situationen auch keine Mangelware. Doch eben meist nur bis zum Strafraum. Ganze drei Ausnahmen gab es bis dato: Christoph Neidhardt traf nach 70 Sekunden den Innenpfosten, nachdem Franz Faulstich Marcel Dücker auf die Reise geschickt hatte. Dazu bekam Abwehrchef Niclas Rehm nicht genug Zug in einen Kopfball (16.). Und als beide Teams gedanklich schon in den Kabinen waren, traf Sebastian Alles aus 16 Metern herrlich ins Kreuzeck – um der Mannschaft zu zeigen, dass vielleicht doch nicht alles verloren ist (45.+2). Es war der 1:3-Anschlusstreffer.

Barockstadt hatte da das Spiel bereits (vor)entschieden. Auch weil Hünfeld zweimal etwas zu offen stand, beide Male allerdings auch herbe individuelle Schnitzer verantwortlich waren. Zunächst grätschte Hinspiel-Held Faulstich bei einem Fuldaer Gegenstoß ins Leere, was der flinke Patrick Broschke zum Flankenlauf nutzte und Torschütze Christopher Bieber keine Mühe hatte (13.). Beim 2:0 hatte Julian Rohde einen eigentlich guten Freistoß getreten, der allerdings zum Boomerang für den HSV wurde. Doch als Leon Pomnitz den Konter eigentlich schon verschludert hatte, legte Alles für Barockstadt-Kapitän Patrick Schaaf auf, der mit wuchtigem Schuss in den linken Giebel traf. Tolles Tor (35.). Bei 3:0 musste Marcel Mosch nach einem Bieber-Kopfball an die Latte nur noch abstauben (44.).

Ernst hält Elfmeter, Barockstadt kontert sich zur Entscheidung

Dass Hünfeld anschließend noch einmal in Gänze zurück ins Spiel hätte kommen können, dafür hätte auch der gute Regionalliga-Schiedsrichter Patrick Glaser (FC Freudenberg) mitspielen müssen, der ein ungeschicktes Einsteigen von Miguel Torcutaro gegen Christoph Neidhardt kurz nach Wiederbeginn nicht mit einem Strafstoß bestrafte. Und das war trotz aller Hünfelder Proteste auch keine Fehlentscheidung (47.). Das Spiel bestimmte hingegen jetzt die SG Barockstadt, die allerdings mit den Chancen viel zu unbedarft umging. So wollten Pomnitz (53.) oder Hillmann (64.) noch ein Schleifchen auf die Aktion machen – und verpassten einfache Treffer.

Hünfeld konnte sich im dritten Spielviertel kaum befreien, kam danch jedoch doch noch zu Anschlusschancen. Daniel Kornagels Aufsetzer nach Neidhardts Flanke strich über die Latte hinweg (67.), Aykut Bayar hielt Rohdes verdeckten Distanzschuss stark (72.). Mehr war nicht, auch weil zwei, drei Standards nicht die erhoffte Gefährlichkeit entfachen konnten. Barockstadt hätte sich allerdings den Hünfeldern Fesseln früher entledigen können, doch Joker David Wollny scheiterte im Konter an Sebastian Ernst (77.), dazu hielt Ernst einen von Rehm verursachten Handelfmeter gegen Pomnnitz sensationell (79.). Doch einen Konter spielte Fulda doch noch zielführend aus, als Marius Strangl für Dennis Müller zum Endstand auflegen konnte (85.).

Die Statistik:

SG Barockstadt: Bayar –Odenwald, Gröger, Torcutaro, Hillmann – Schaaf – Broschke (69. Wollny), D. Müller, Pomnitz, Mosch (63. Strangl) – Bieber (84. Reith).
Hünfelder SV: Ernst – Dücker, Faulstich, Rehm, Budenz – Alles (81. Bambey), Rohde – Neidhardt Vogt (58. Fröhlich), Krieger – Kornagel (69. Schuch).
Schiedsrichter: Patrick Glaser (FC Freudenberg).
Zuschauer: 1500.
Tore: 1:0 Christopher Bieber (13.), 2:0 Patrick Schaaf (35.), 3:0 Marcel Mosch (44.), 3:1 Sebastian Alles (45.+2). 4:1 Dennis Müller (85.).
Besonderes Vorkommnis:Leon Pomnitz (Barockstadt) scheitert per Handelfmeter an Sebastian Ernst (79.).

Autor: Johannes Götze

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