In der Volleyball-Abteilung des Hünfelder Sportvereins ist das Kapitel „Regionalliga“ vorerst geschlossen. Der bereits vorab feststehende Abstieg aus der vierten Liga ist nun endgültig besiegelt: Sein letztes Spiel verlor das Haunestadtteam gestern Nachmittag in der Kreissporthalle gegen den Tabellenzweiten SG U.N.S. Rheinhessen mit 0:3-Sätzen.
Das gastgebende Schlusslicht verabschiedete sich – unter den gegebenen personellen Voraussetzungen – mit einem zufriedenstellenden Auftritt. Am Samstagabend stand die Austragung der Partie sogar schon auf der Kippe. Denn nach dem Fehlen der Mittelangreifer Marek Liwoch und Aleksander Dimitrov aus beruflichen und privaten Gründen sorgte die Mitteilung, dass Diego Reckmann womöglich gesundheitlich passen müsste, für Aufregung. Letzterer konnte schließlich gestern doch noch auflaufen. Somit trat der HSV zu seinem „Abschiedsspiel“ an, wie so oft in dieser Saison aber ohne Auswechselspieler. Dass es kein Trauerspiel wurde, wie manch einer der Zuschauer im Vorhinein befürchtet hatte, dafür sorgten die angetretenen Hünfelder Akteure mit einer ordentlichen Leistung.
In der Anfangsphase zeigte sich den Zuschauern ein ausgeglichenes Match, in dem sich die Heimmannschaft sogar hin und wieder in Führung bringen konnte. Bis zum 13:13 sah die Hünfelder Welt gut aus. Anschließend zeigte sich jedoch erneut das Syndrom, an dem die Osthessen fast die gesamte Spielrunde litten: „Zu schnell und ohne große Gegenwehr geben sie ihre Punkte in Serie ab, geraten in großen Rückstand und bringen ihre Gegner wieder ins Spiel“. So konnte die Spielgemeinschaft aus der Pfalz noch unbehelligt den Auftaktsatz mit 25:16 für sich entscheiden. Hünfeld steckte dennoch nicht auf. Zu Beginn des zweiten Abschnitts nutzte der Gastgeber sehr konsequent seine Möglichkeiten aus und machte keine Fehler. Der Rheinhessen-Trainer sah sich bei 1:6-Rückstand das erste Mal genötigt, eine Auszeit zu nehmen. Die HSVler konnten dennoch auf 9:1 aufstocken. Dass bei dem ein oder anderen hoch motivierten Gästespieler aus der Pfalz Unmut aufkam, äußerste sich in weggeworfenen Flaschen und traktierten Getränkekisten, was jedoch nicht vom Schiedsgericht geahndet wurde. Das hohe Niveau war seitens der HSVler jedoch erwartungsgemäß nicht zu halten. Die SG U.N.S. arbeitete sich nun wieder Punkt für Punkt heran und konnte bei 20:20 erstmalig ausgleichen. Zu aller Überraschung konnte sich Hünfeld mit erneut sehenswerten Aktionen bei 24:22 den ersten Satzball erkämpfen. Dieser blieb zum Leidwesen aller HSV-Fans ungenutzt, ebenso wie die folgenden. Denn die Rheinhessen-Truppe agierte in dieser entscheidenden Phase – im Gegensatz zu Hünfeld – konstant und nervenstark, mit dem Lohn des knappen 26:24. Der Verlust des fast sicher geglaubten Satzgewinnes zeigte Wirkung beim Gastgeber. Aufgrund der schwachen Anfangsphase mit einigen Annahmefehlern geriet er schnell und mit 1:8 hoch in Rückstand, ehe er wieder „Lebenszeichen“ abgab. Es gelang ihm auch, in der verbleibenden Spielzeit noch einmal ein paar Glanzpunkte zu setzen und das Ballpunkteergebnis aufzuhübschen, am klaren Sieg des favorisierten Zweiten gab es nichts mehr zu rütteln (25:16). Die SG U.N.S Rheinhessen hofft nun auf ihre Relegationschance für die Dritte Liga. Wie die Zukunft der ersten Hünfelder Männermannschaft aussieht, steht derzeit noch in den Sternen. Hünfeld spielte mit: Thomas Prokein, Christopher Lau, Daniel Wehner, Diego Reckmann, Uli Bönsch, Jakob Wall.

Quelle: Fuldaer Zeitung (27.3.17)