Hünfelder SV investiert in Steine / Stadt, Kreis und Land helfen finanziell

Lothar Mihm und der Hünfelder SV dürfen sich auf einen neuen Kunstrasen freuen. Fotos: Siggi Larbig

Nach dem Hessentag im Jahre 2000 in der Zuse-Stadt wurde der Kunstrasen auf der Hünfelder Rhönkampfbahn erstmals erneuert, im kommenden Jahr steht nun die zweite Runderneuerung des Gummigeläufs auf der Agenda des Vereins.

„Im Plan ist, dass wir in der kommenden Winterserie auf dem neuen Kunstrasen spielen und trainieren können“, erläutert Lothar Mihm. Der langjährige Vorsitzende des Hünfelder SV erklärt die Gründe. So habe ein Kunstrasen für gewöhnlich eine Lebzeit von zirka 15 Jahren, nach der letzten Erneuerung seien dann bereits 17 Jahre ins Land gegangen. Das aktuelle Geläuf entspreche einfach nicht mehr den Anforderungen, er habe seine Grenze erreicht.

Den Spielern spricht Mihm hierbei aus der Seele, denn einerseits ist das derzeitige Geläuf extrem hart, durch den Substanzverlust zudem extrem schnell und holprig. Dies soll ab kommendem Winter wieder der Vergangenheit angehören. Das Gesamtvolumen des Austausches wird knapp 400.000 Euro betragen. Das Geld wird durch Eigenleistung, Eigenmitteln sowie Zuschüssen durch Stadt, Landkreis und Land aufgebracht werden. Wie genau sich der Kostenplan zusammenstelle, kann derweil noch nicht abschließend beantwortet werden, da die entsprechenden Gremien teilweise noch ihre Bewilligungen aussprechen müssten.

Die Gesamtsumme setzt sich aus mehren Faktoren zusammen: So muss einerseits nicht nur das aktuelle Geläuf abgetragen, sondern auch die darunter befindliche Schaumstoffmatte, bereits 1982 beim ersten Kunstrasen installiert, entfernt und durch neue Technologien ersetzt werden. Darüber bekommt der HSV die allerneueste Generation Kunstrasen, die Hersteller Polytan anbietet. Er vereint zwei verschiedene Kunstrasensysteme, so besteht der untere Teil des Geläufs aus gekräuseltem Material – so wie beispielsweise am Lehnerzer Kunstrasen – darüber kommt jedoch noch eine Schicht mit langen Halmen, die bislang vornehmlich bei Proficlubs zum Einsatz kam, da sie ausreichend Pflege benötigt. Bei dieser neuartigen Hybridlösung ist jedoch der Pflegefaktor zu vernachlässigen, dafür das Gefühl eines „echten“ Rasens ganz nahe.

Nächstes Großprojekt wird über die Bühne gebracht

Hünfelds Bürgermeister Stefan Schwenk begutachtet ein Muster und wird dabei von Lothar Mihms Frau Monika beobachtet.

„Die Jungs sind schon begeistert und können es kaum erwarten“, frohlockt Mihm, nachdem er den Spielern der beiden Seniorenmannschaften das entsprechende Muster präsentiert hatte. Für Mihm, der dem HSV seit 20 Jahren vorsteht, ist es zur Selbstverständlichkeit geworden, nicht nur in Beine, sondern vor allem auch in Steine zu investieren. So wurden in den vergangenen Jahren auf der Rhönkampfbahn beispielsweise Sportlerheim wie Kabinen energetisch saniert, Laufbahn wie Sprungmatte erneuert. Auch bekamen die Hallensportler mit dem sogenannten „Pös“ in der Kreissporthalle ihre eigene Lounge. „Ich glaube, dass wir dahingehend aktuell sehr gut aufgestellt sind und dies alles auch eine gute Werbung für den Verein ist, um Sportler für den HSV zu gewinnen“, erklärt der Vorsitzende, dessen ausdrücklicher Dank den politischen Mandatsträgern gebührt, die an der Umsetzung des neuen Großprojekts beteiligt sind.

Aktuell herrscht bei Mihm, der in Vereinsbelangen für gewöhnlich das öffentliche Wort den Abteilungsleitern überlässt, ohnehin ausnahmslos Freudestrahlen. „Zu den Fußballern muss ich nichts sagen, die Handballer haben den größten Erfolg der Vereinsgeschichte hinter sich, die Volleyballer akklimatisieren sich nach dem Umbruch immer mehr und auch die Leichtathleten befinden sich nach der Umstrukturierung auf einem guten Weg.“