Fliedens Fußballgott Fabian Schaub der Matchwinner

Verbandsliga: Wahnsinnsspiel geht an Flieden

Weil der SSV Sand seine Hausaufgaben beim SC Willingen standesgemäß durch einen 3:0-Erfolg erledigte, war Buchonia Flieden in Hünfeld zum Siegen verdammt. In einem extrem intensiven, teilweise hektischen und letztlich hochklassigen Verbandsliga-Spiel rangen die Buchonen den HSV mit 4:2 (1:1) nieder. Somit kann Flieden mit einem Heimsieg am kommenden Sonntag gegen Lehnerz II den direkten Hessenliga-Wiederaufstieg klarmachen.

Fliedens Trainer Meik Voll schickte erwartungsgemäß Andreas Drews (für Imal Schersadeh) und Sascha Rumpeltes (für Cedric Trenkler) in die Partie, beim HSV bissen die angeschlagenen Lukas Budenz und Thorsten Trabert auf die Zähne. Und die erste Aktion gehörte direkt Drews: Nach Patzern von Niklas Wahl und Johannes Helmke hätte Drews das Tor machen müssen, ihm versagten aber die Nerven (2.). Aber Hünfeld kam schnell ins Spiel und hatte durch Kevin Krieger ebenfalls in der Frühphase eine dicke Möglichkeit, sein Schussversuch mit feinster Technik klatschte allerdings an den Pfosten (7.).

Und dann schlugen die zwei Minuten des Niko Zeller: Zunächst klärte er ganz stark vor dem einschussbereiten Sebastian Schuch (16.), dann spielte er einen langen Ball in Richtung Fabian Schaub, der zu Marco Gaul verlängerte, Gaul scheiterte zunächst unter Mithilfe Wahls an der Latte, drückte das Spielgerät dann jedoch aus zwei Metern über die Linie (17.). 1:0 für die Buchonen, während es zu diesem Zeitpunkt in Willingen noch 0:0 stand.

Kurz beschlich die 600 Zuschauer das Gefühl, dass der Treffer den Buchonen noch mehr Sicherheit für das eigene Spiel geben würde, dann allerdings war Sebastian Schuch nach einer Neidhardt-Flanke zur Stelle (26.). Ohnehin war es gerade Christoph Neidhardt, der die Fliedener immer wieder in Foulspiele zwang, auf der Gegenseite war es Schaub, der zusehends um die Gelbe Karte bettelte, die er – warum auch immer – im ganzen Spiel nicht bekam, dazu hatte Marco Gaul nach einem Ellenbogenschlag gegen Johannes Helmke Glück, dass die Schiedsrichter die Aktion nicht gesehen hatten.

Passive Fliedener haben Glück

Und nach der Pause nahm der HSV das Zepter direkt in die Hand, die Fliedener wirkten extrem passiv, Hünfeld dafür unglaublich gallig. Trotz klarer Ballbesitzvorteile sprang zunächst jedoch nur eine glasklare Chance heraus, die hatte es allerdings in sich: Krieger steckte ganz stark auf Schuch durch, doch Lukas Hohmann hielt das Eins-gegen-Eins sensationell (58.). Und als Flieden untereinander immer mehr haderte, Voll von außen immer lauter wurde, schlug Flieden dank seines Fabian Schaubs eiskalt zu: Der Sturmtank brachte eine punktgenaue Flanke mit dem Außenrist auf Marc Götze, der nur noch den Kopf reinhalten musste (63.).

Hpnfeld reagierte wütend, stellte erst auf 4-4-2, dann auf 3-4-3 um und hatte durch einen direkten Freistoß von Budenz an die Latte die Ausgleichschance (78.), Im direkten Gegenzug ist es der gerade eingewechselte Moritz Lingenfelder, der das Tor machen muss. Und dann hätte um ein Haar ein Handballer die Geschichte des Spiels geschrieben, als Felix Kircher eine Flanke Neidhardts mit seinem ersten Kontakt ins Tor drückte (81.).

Doch natürlich war es Fliedens Fußballgott Fabian Schaub, der die letzten Worte zu sprechen hatte: Voll beorderte zunächst Sascha Rumpeltes nach vorne, der sofort perfekt in Schaubs Lauf das 3:2 auflegte (85.). Vier Minuten später machte er den Sack zu, als HSV-Keeper Sebastian Ernst dem Stürmer den Weg zum Endstand bereitete. Riesenjubel bei den Blauen, die in schwarz gekleideten Hünfelder mussten sich nach großem Kampf geschlagen geben. Und die vielleicht größte Aktion gab es direkt nach Schlusspfiff, als Voll zu Weber ging, ihn umarmte und sich für einen „super Fight“ bedankte.

Die Statistik:

Hünfeld: Ernst – Wahl, Helmke, Trabert (69. Weber), Witzel (78. Kircher) – Krenzer, Budenz – Neidhardt, Krieger, Fröhlich – Schuch.
Flieden: L. Hohmann – Leibold, Zeller, Rumpeltes, Kullmann (84. Schersadeh) – Heil, Müller – Götze (74. Lingenfelder), Drews, Gaul – Schaub.

Schiedsrichter: Martin Kliebe (TSV Heiligenrode).
Zuschauer: 600.
Tore: 0:1 Marco Gaul (17.), 1:1 Sebastian Schuch (26.), 1:2 Marc Götze (63.), 2:2 Felix Kircher (81.), 2:3 Fabian Schaub (85.), 2:4 Fabian Schaub (89.).

Autor: Johannes Götze

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